Da habe ich einen Text über »The Boys« geschrieben und stelle ein paar Tage später fest, dass dieser nicht ganz korrekt war. Es geht um den Text mit dem schönen Titel »Gott wollte es so«, der erst gestern erschien, da ich davor keinen Platz dafür fand. Darin habe ich über meine bisherige Erfahrung mit »The Boys« berichtet. Wie mich die Serie am Anfang immens begeistert hat, mich in der vierten Staffel aufgrund ihrer sehr realitätsnahen Parodien und Überspitzungen verloren hat, mich zur fünften und letzten Staffel allerdings wiedergewinnen konnte. Ich möchte einfach wissen, wie es ausgeht, auch wenn es manchmal weh tut.
In dem Text habe ich über meinen aktuellen Stand geschrieben und erwähnt, dass ich nach Folge fünf noch immer auf den Auftritt von Jared Padalecki warte. Jedoch: Es waren erst vier Folgen, die fünfte erschien letzte Woche. Und über die müssen wir unbedingt reden.
Ich werde ab jetzt die fünfte Folge von »The Boys« spoilern!
Wie es meine Recherchen bestätigt haben, war es also in Folge fünf endlich so weit. Es kam zu einer kleinen »Supernatural«-Reunion. Jensen Ackles, der als Soldier Boy seit der dritten Staffel dabei ist, traf auf Jared Padalecki alias Mister Marathon und Misha Collins aka Malchemical. Alle sind auf der Suche nach V1, dem ersten Serum von Vought, welches das Potenzial hat, Homelander endgültig unsterblich und unbesiegbar zu machen.
Homelander und sein Vater Soldier Boy führt die Suche unter anderem zu einem ehemaligen Kollegen von Homelander: Mister Marathon. Dieser produziert aktuell einen Filmflop nach dem anderen, hängt mit seinen Buddys im Keller herum, raucht sich die Hütte zu und spielt Poker. Zu seinen Gästen zählen Seth Rogen, Kumail Nanjiani, Christopher Mintz-Plasse, Will Forte und der zuvor genannte Misha Collins. Die meisten spielen eine Parodie ihrer selbst. Es ist großartig und genau mein Humor.
Ich weiß nicht, was ich von einer Reunion der drei Lead-Actors von »Supernatural« erwartet hatte. Ob Jared Padalecki eine größere Rolle bekommt oder nicht. Aber es war sehr viel mehr, als ich erhofft hatte. Es ist wie in den »Invincible«-Comics, wo in einer Ausgabe erst alle Mitglieder einer Superheldengruppe eingeführt werden, die eine Parodie auf die Justice League sind, nur um dann am Ende getötet zu werden. So ähnlich spielt es sich auch hier ab.
Es ist kurzweilig, gut gemacht und steht nicht im Widerspruch zu dem, was wir bisher von Homelander und Soldier Boy gesehen haben. Besonders bei Soldier Boy bin ich mir immer wieder unsicher über seine wahren Absichten und Ziele. Das macht jede Folge und jedes Aufeinandertreffen mit ihm so spannend. »The Boys« ist mal wieder eine Serie, die wirklich zu überraschen weiß und bei der man nicht sicher sein kann, was hinter der nächsten Ecke lauert.
Und damit kommen wir zu einer der besten Schauspielerinnen, die in »The Boys« mitspielen durfte: Valorie Curry als Firecracker. Auch bei ihr war ich mir nie so wirklich sicher, was sie tatsächlich denkt oder wie sie das alles mit Homelander empfindet. Ihre Gefühle sind ambivalent, im besten Fall. Im schlimmsten Fall ist es eine Art Stockholm-Syndrom, aus dem es kein Entkommen gibt. Dieses Hin und Her der Gefühle sieht man immer wieder perfekt in der Mimik von Valorie Curry.
Ich hoffe, sie wird für ihre Leistung hier prämiert. Allein bei ihrem leider finalen Auftritt in dieser Folge spielt sie den restlichen Cast an die Wand. Nicht, dass die anderen schlecht wären. Ganz im Gegenteil. Nur erreicht Valorie Curry hier ein völlig neues Level. Wirklich beeindruckend. In den letzten drei Folgen wird man sie vermissen.
Nun bleiben wirklich nur noch drei Folgen. Drei Folgen, um alle offenen Handlungsstränge ordentlich zusammenzuführen und einen gelungenen Abschluss zu finden. Ich hoffe, es gelingt.
