Dungeon Crawler Carl II

Ich habe wieder angefangen, »Dungeon Crawler Carl« zu lesen. Dabei handelt es sich um eine Geschichte aus dem Genre LitRPG. Was ist das? Gute Frage. Bis zur Lektüre dieser Reihe wusste ich gar nicht, dass es dieses Genre gibt. Es handelt sich um Rollenspiele, aber eben in Buchform. Charaktere werden in eine Art »Videospiel« oder eine ähnliche Situation geworfen und müssen überleben. Bei DCC ist es ein 18 Level umfassender Dungeon, der überwunden werden muss, ansonsten gehört die Erde einem bösen, korrupten Alien-Unternehmen. Es ist eine großartige, lustige, emotionale, gefühlvolle und actionreiche Geschichte voller Intrigen, Twists und verdammt cooler Momente. Es gibt herzzerreißende Situationen, schräge Monster und sogar eine KI mit Fußfetisch. Aber es funktioniert.

Ich hatte letztes Jahr bereits von DCC berichtet (siehe »Durch den Dungeon«). Ich dachte damals, dass es eine Textreihe werden würde. Es stehen Unmengen an Notizen im entsprechenden Notizbuch, aber bis heute habe ich nicht weiter über DCC geschrieben. Dann kam irgendwann eine Kickstarter-Kampagne um die Ecke, bei der man das zweite und dritte Buch als Hardcover bekommen konnte, inklusive Bonusmaterialien wie Stickern – und einem Nachdruck des ersten Buches als HC. Da ich den Deckel meines MacBooks gerne mit Stickern vollklebe und ein großer Fan der Reihe bin, musste ich das einfach unterstützen. Nach Buch fünf habe ich allerdings eine längere Pause eingelegt. Bevor nun also die Hardcoverausgaben auftauchen, was im Herbst sein wird, wollte ich noch einmal von vorn beginnen und mich langsam durch die Reihe lesen. Ob ich mehr Texte darüber schreiben werde, wird sich zeigen.

Bereits jetzt merke ich aber, dass es ein anderes Erlebnis ist, wenn man weiß, was noch kommt. Ich bin noch am Anfang des ersten Buches, aber das »Tutorial« kann man schneller durchskippen, als es beim ersten Mal der Fall war. Immerhin kennt man die Mechaniken. Wie bei einem Videospiel eben, das man zum x-ten Mal durchspielt. Man kennt die Steuerung und möchte eigentlich sofort loslegen. Auch die anfänglichen Schwierigkeiten zwischen Carl und Donut sind nicht mehr so schwer zu lesen und nervig, weil ich weiß, was sie noch erwarten wird. Mordecais Hoffnung, nach dem dritten Level mehr oder weniger frei zu sein, ist sehr süß und naiv. Wenn der wüsste.

Das Buch macht allerdings auch beim zweiten Mal großen Spaß. Es gab bereits eine dramatische Erkenntnis, den ersten Bosskampf betreffend, und ich kann es kaum erwarten, jeden Abend ein paar Seiten weiterzulesen. Ich mache mir ausnahmsweise mal keine Notizen, keine Gedanken über eine Textreihe oder dergleichen, sondern genieße einfach nur den Ride. DCC ist ein Abenteuerbuch vom Feinsten. Diese Reise sollte man genießen. Und es ist eine lange Reise. Immerhin gibt es mittlerweile schon acht Bücher und wer weiß, wie viele es insgesamt werden. Matt Dinniman ist ein großartiger Autor und hat mit DCC etwas Einzigartiges geschaffen.

Mittlerweile gibt es sogar eine Comic-Adaption, aber die ist physisch nur sehr schwer zu bekommen. Vielleicht muss ich sie digital lesen. Mal sehen. Die Bücher sind jedenfalls reine, abwechslungsreiche Unterhaltung.