
Da rede ich in Folge drei noch über die subtile Art, wie Kirkman Handlungsstränge vorbereitet und aufbaut. Da haben wir in Folge vier schon deutlichere Anzeichen dafür, was zukünftig noch auf uns wartet. Nicht nur sehen wir die Auferstehung einer Mumie, die auch sogleich wieder in ihr Grab eingeschlossen wird und sicherlich nie wieder auftauchen wird. Dann gibt es die Marsianer, die von den Sequids übernommen werden. Während diese parasitären Aliens den Mars unter ihre Kontrolle bringen, schleicht sich zugleich ein formwandelnder Marsianer auf die Erde. Eine kleine »Secret Invasion« kündigt sich also ebenfalls an.
Robot unterdessen schnappt sich eine Probe von Rex’ Blut, die er natürlich nur für eine Gesundheitsuntersuchung verwendet. Und dann hätten wir noch Damien Darkblood, den Nolan als Verantwortlichen für den Tod der Guardians hinstellt. Natürlich weiß Cecil es besser, trotzdem verbannt er den Dämon in die Hölle. Ach ja, und Mark schenkt seiner Freundin einen Marsstein.
Es wäre durchaus spannend, wie »Invincible« auf Neulinge wirkt. Immerhin sind die Folgen dicht gepackt. Trotzdem fühlt es sich nie wirklich gehetzt oder künstlich aufgeblasen an. Die Geschichte wird in einem hohen, aber mitreißenden Tempo erzählt. Ich habe das Gefühl, als wollte Kirkman in der ersten Staffel viel vorbereiten, einführen und die Geschichte modernisieren, um sich dann in den folgenden Staffeln mehr Zeit für sie zu lassen. Aber das werden wir alles noch sehen.
Die Zweifel an Nolan sind in dieser Folge deutlich zu spüren. Wir wissen, was er getan hat. Cecil glaubt zu wissen, was er getan hat. Darkblood ebenso. Debbie kann ich aktuell nicht wirklich einschätzen, ich denke jedoch nicht, dass Nolan ihre Zweifel vollständig zerstreut hat. Immerhin sind sie im Urlaub und die Stadt wird von einem Drachen angegriffen. In diesem Moment zu fragen, ob Debbie ihm vertraut, auf eine Antwort zu pochen und dann trotzdem nicht einzugreifen, ist sicherlich kein typisches Verhalten für Nolan.
Leider weiß ich, wie diese Zweifel enden, und das Staffelfinale wird sich darum kümmern. Mark tut mir jetzt schon leid. Es war im Comic bereits kaum erträglich zu lesen, in der Serie wird es sicherlich noch einmal brutaler. Aber ein wenig Schonfrist haben wir ja noch.
Die Marsmission finde ich spannend. Mark verbringt zwei Wochen quasi allein im All und bewacht die Crew der Marsmission. Er soll sich nicht sehen lassen. Sauerstoff hat er dabei, aber anscheinend nichts zu essen. Kommen Viltrumites so lange ohne Nahrung aus? Wahrscheinlich.
Was mich schon in der Folge mit Allen begeistert hat: der Sound. Im Weltall hört dich nun mal niemand schreien und die Serie setzt das soundtechnisch hervorragend um. Das letzte Mal, dass ich etwas Vergleichbares gehört habe, war im »Star-Trek«-Reboot. Soweit ich mich erinnern kann, arbeitet Marvel bei Szenen im Weltall nicht auf dieselbe Weise mit Stille. Das finde ich schade. Es hilft dabei, die Serie in der Realität zu verankern, und ist ein scheinbar kleines Detail mit großer Wirkung.
Apropos Sound: Die Musik der Serie gefällt mir außerordentlich gut. Manchmal habe ich zwar das Gefühl, dass die Songs die Dialoge etwas überschatten. Da ist die Abmischung nicht ganz perfekt, aber sie passen stets zur jeweiligen Szene. Die Musik im Abspann erinnert mich ein wenig an den Soundtrack von »The Amazing Spider-Man«. Darin steckt eine gewisse Neugier, etwas Heldenhaftes, und doch ist es ein zurückhaltendes Stück. Bei Gelegenheit muss ich wohl einmal komplett in den Soundtrack hineinhören. Die Serie versteht nicht nur, wie ihre Welt aussehen, sondern auch, wie sie klingen soll.
