Manchmal muss es einfach sein. Da führt kein Weg daran vorbei. Egal, wie man das Blatt dreht oder wendet, faltet oder knickt, zerschneidet oder zerreißt, bemalt, beschmiert oder durchlöchert. Es kommt der Tag, an dem es notwendig wird, eine ordentliche Portion Kaiserschmarrn zu machen und sich den Magen vollzuhauen, als gäbe es keinen Morgen. Mit meiner Schwester habe ich deshalb zum wiederholten Male eines Abends dieses entsprechende, klassische, österreichische Gericht zubereitet.
Ich bin immer wieder begeistert, wie viele unterschiedliche Köstlichkeiten sich aus denselben Zutaten zubereiten lassen. Man variiert die Menge an Mehl, Eiern, Zucker und/oder Milch, steckt es entweder in den Ofen, in die Pfanne, frittiert es oder macht gleich alles drei, und die Ergebnisse sind immer anders, aber doch irgendwie gleich. Vielleicht war früher doch alles besser, immerhin wurden damals solche Sachen erfunden. Aber egal. Worin sich diese Rezepte ebenfalls unterscheiden, ist ihre Kombination mit anderen Beilagen oder Füllungen. Bei Kaiserschmarrn gibt es nun diverse Optionen, für die man sich entscheiden könnte.
Man könnte etwa direkt Apfel hineinreiben und ein paar Rosinen ergänzen. Da eine von uns beiden das allerdings nicht so gerne mag, haben wir dieses Mal davon abgesehen. Als Beilage oder Beispeise kann man sich zwischen folgenden, von uns zugelassenen Dingen entscheiden: Vanillesoße geht immer. Jede Mehlspeise wird besser mit Vanillesoße. Das ist ein Naturgesetz und sicherlich durch physikalische Berechnungen nachzuweisen. Wissenschaft, do your thing. Zwetschgenröster fällt unter dieselbe Kategorie. Er ist quasi die Naturkonstante Z, die nicht weiter bewiesen werden muss. Die Gleichung ist immer wahr. Schließlich, und darüber lässt sich wahrscheinlich debattieren, gibt es Nutella oder andere mit Haselnuss verfeinerte Schokoladenaufstriche. Die simple Wahrheit ist jedoch: Es schmeckt schon geil.
Also gab es an jenem Abend Kaiserschmarrn. Welche Beilage? Richtig, die Antwort lautet: Ja. Mit Vanillesoße, Zwetschgenröster und Nutella. Staubzucker darf man natürlich nicht vergessen. Wäre ja schade, wenn zu wenig Zucker konsumiert würde. Es war wunderbar.

