Geek-Planet: Ultimate Spider-Man – Volume 4

In der heutigen Ausgabe von Geek-Planet sehen wir uns meine alte Rezension zur vierten Collected Edition von Ultimate Spider-Man an. Der Text erschien am 07. September 2014 auf meinem gleichnamigen Blog, den es heute nicht mehr gibt. Aber die Texte sollen ja nicht verloren sein, daher gibt es jeden Donnerstag einen Text aus der alten Zeit – ganz nach dem Motto: Throwback Thursday.

Ich bin immer wieder überrascht, wie kurz ich mich damals gefasst habe, als es um Rezensionen der Spider-Man-Comics ging. Es ist nicht unbedingt etwas Schlechtes. Kurz und knapp habe ich die positiven und negativen Aspekte der Geschichte zusammengefasst. Wobei ich manchmal etwas zu viel Vorwissen vorausgesetzt habe. Allerdings widmet sich ein Blog, in dem es (fast) ausschließlich um Comics geht, auch an ein sehr spezifisches Publikum. Es ist ein schmaler Grat und nicht immer habe ich ihn zu wandern gewusst. Aber das dürften die geneigten Leser*innen bewerten.


Spider-Man ist zurück! Zumindest an dieser Stelle. Nachdem mich ein gewisser Onlinehändler immer wieder mit späteren Versanddaten gehänselt hat, habe ich die Ausgabe nun anderswo bestellt. Am Freitag hielt ich Volume 4 schlussendlich in Händen und konnte kaum erwarten, anzufangen zu lesen. Immerhin sieht das Cover-Bild fantastisch aus und macht Lust auf den nächsten Showdown zwischen dem jungen Parker und dem grünen Goblin.

“What´s going on is– I own you!” – Norman Osborn

Die Geschichte trägt den passenden Titel Legacy. Man spürt wahrlich die psychopathischen und größenwahnsinnigen Triebe, von denen Norman Osborn gesteuert wird. Dabei beginnt alles so friedlich und Brian Michael Bendis, der Autor, fängt damit an, die Geschichte langsam einzuleiten und dann immer weiterzutreiben, bis der Siedepunkt erreicht ist. Es sind nicht nur die Dialoge, die stillen Momente oder die Drohungen und Ratschläge, die ausgesprochen werden; in Verbindung mit den fantastischen Zeichnungen von Mark Bagley ist es wieder eine herausragende Geschichte geworden, die ich nur wärmstens empfehlen kann.

Auffällig ist, dass es in Akt 1 der Geschichte, in der neue Charaktere eingeführt werden bzw. alte zurückkehren, bei jedem Kapitel einen großen Monolog gibt. Diese passen einfach wunderbar. Der Erste zum Beispiel ist ein innerer Monolog von Peter, während er von der Schule aus zurück nach Hause springt und schwingt. Es geht dabei um die Sorgen und Ängste, die ihn beschäftigen, da Harry und sein Vater wieder zurück in der Stadt sind.

Der zweite Monolog ist eines der Höhepunkte. Peter wurde zu den Osborns eingeladen und Norman möchte allein mit ihm in seinem Büro sprechen. Wenn man die Vergangenheit der beiden betrachtet, ist das nicht gerade ein sehr reizvoller Gedanke. Von der Szene in dem Büro kann ich einfach nur schwärmen. Das Setting in dem dunklen, kalten Raum, die Mimik und Gestik der beiden während des Gesprächs; alles erzeugt eine unfassbare Spannung und dichte Atmosphäre.

Zu guter Letzt darf Nick Fury seine Rede halten. Ja, ganz recht, der Colonel höchst persönlich besucht Parker in der Schule und hält einen nicht gerade aufbauenden Monolog. Hier werden die typischen Klischees ausgesprochen, die in keiner Geheimagentenszene fehlen dürfen: „I am not here.“, „…we technically don´t know that.“, und so weiter. Aber Bendis versteht es, die Szene am Ende mit einem kleinen lustigen Spruch aufzuheitern, aber trotzdem merkt man beim Lesen, wie der kleine Held tiefer in den Abgrund rutscht und alles um ihn herum gegen ihn zu stehen scheint.

Nachdem alle Charaktere entsprechend eingeführt wurden, kann die Geschichte dann so richtig losgehen und am Ende steht natürlich ein spektakulärer Kampf zwischen einem grünen Monster und der kleinen Spinne an. Über den Dächern der Stadt, natürlich.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass es nach so langer Pause gutgetan hat, wieder einen Ultimate Spider-Man Comic zu lesen. Er hat sehr viel Spaß gemacht und das Universum wird Stück für Stück weiter ausgebaut und den Protagonisten, als auch den Antagonisten werden mehr Tiefe zugestanden, womit man sich noch leichter darin verlieren und mitfühlen kann.