»Komfortzone«, »über den eigenen Schatten springen«, den »Schweinehund überwinden« – es gibt viele Bezeichnungen dafür, Hindernisse zu überwinden. Besonders wenn eines dieser Hindernisse wir selbst sind. »Die Komfortzone verlassen« wird oft damit verwechselt, dass man buchstäblich von der Couch aufstehen und raus in die Welt gehen soll. Das ist natürlich an sich kein schlechtes Vorhaben und immer zu unterstützen, doch jeder und jede von uns hat eine eigene mentale Komfortzone. Es tut uns gut, diese gelegentlich zu verlassen, neue Dinge auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Denn erst mit diesen neuen Erfahrungen kann ich es mir (durchaus auch buchstäblich) zu Hause wieder gemütlich machen und es noch mehr genießen.
Sei es, zu einer Party oder Feier zu gehen, die man normalerweise meidet, eine Runde spazieren zu gehen oder endlich die eine Wand im Wohnzimmer auszumalen und neu zu gestalten. Es kann auch bedeuten, etwas sein zu lassen und es anders zu machen, als es normalerweise der Fall ist. Was auch immer es ist, es ist sehr individuell. Grenzen austesten heißt auch immer, sich selbst besser kennenzulernen. Vielleicht ist aber auch das das Verlassen der Komfortzone: einen Bereich unseres Lebens, unserer Psyche, etwas, das uns belastet, genauer zu betrachten. Sich trauen hinzuschauen; zu Reflektieren, warum es so ist, wie es ist.
Es zahlt sich immer wieder aus, sich selbst zu überwinden. Selbst wenn man scheitert oder die Erfahrung doch nicht so gut ist wie erhofft – man kann immerhin behaupten, es versucht zu haben. Und damit hat man schon vielen etwas voraus. Beim nächsten Mal ist man bereits eine Erfahrung reicher und kann entsprechend agieren.