Frühling?

Es frühlingt draußen. Kann man „Frühling“ so als Verb verwenden? Wenn nicht, dann führe ich es hiermit offiziell in den Sprachgebrauch ein. Jedenfalls ist es seit vergangener Woche deutlich wärmer geworden. Die graue, trübe, feuchte Masse am Himmel ist gewichen und man erblickt wieder herrliches, strahlendes Blau. Auch die Sonne kann man dort hoch oben wieder erkennen, was eine schöne Abwechslung ist. Ich mag zwar den Winter sehr gerne, aber zu düster sollte es nicht sein. Solange Schnee liegt, es richtig kalt ist und sich die Sonne zwischendurch blicken lässt, ist alles in Ordnung. Doch in letzter Zeit war es einfach nur ein Amalgam aus Braun, Grau und Nass. Perfekt für eine verspätete Winterdepression. Doch seit einer Woche blüht alles auf – buchstäblich und im übertragenen Sinn.

Durch penible Inspektion meines Autos ist mir aufgefallen, dass man nicht mehr wirklich aus den Seitenfenstern schauen kann, wenn die Sonne im richtigen Winkel draufscheint, also habe ich Freitag nach der Arbeit der lokalen Waschstraße einen Besuch abgestattet. Überraschenderweise war es eher ruhig, kurz vor Mittag. Kurz gewartet, war auch schon mein Auto an der Reihe und wurde vom Dreck des Winters befreit. Da der Tank ebenfalls schon recht leer war, wollte ich diesen nachfüllen, scheiterte allerdings zum ersten Mal in meinem Leben daran, ein Auto zu betanken. Grund dafür war, dass der Tankdeckel sich nicht öffnen ließ. Eine kurze Recherche offenbarte, dass wahrscheinlich ein defekter Stellmotor die Ursache sein mag. Ich hatte am Wochenende noch versucht, die Notentriegelung zu finden, doch auch diese Mühen blieben fruchtlos. Muss also doch die Werkstatt konsultiert werden.

Ich ließ mich aber durch diese kleine Episode nicht demotivieren. Freitagnachmittag verbrachte ich eine herrliche Zeit in Salzburg, genoss Waffeln, Nudeln und angenehme Gespräche mit entspannten Spaziergängen. Es hieß allerdings, zeitig ins Bett zu gehen, denn Samstag wollte ich um sechs Uhr aufstehen. Es gab einiges zu tun. Der beste örtliche Bäcker hat seit einer Woche endlich wieder geöffnet, da wollte ich natürlich frisches Brot kaufen. Außerdem hatte ich mir neue Insektenschutzgitter gekauft, die ich montierte, und die Fenster geputzt. Schließlich habe ich noch den letzten, eher kürzeren Lauf meines ersten Monats mit der Nike-Running-App absolviert. Der Beginner-Kurs ist somit abgeschlossen; doch der nächste Trainingsplan wartet schon darauf, gestartet zu werden (was ich am Montag auch getan habe).

Es ist immer wieder erstaunlich, was ein bisschen Sonne, blauer Himmel und ein paar Grad mehr ändern können. Das Energielevel steigt, man ist motiviert, anzupacken und loszulegen. Was auch immer es ist, das man vorhat oder tun möchte, mit den ersten Anzeichen des Frühlings gelingen solche Vorhaben schon deutlich besser. Jetzt wäre es nur noch schön, wenn ich mein Auto betanken könnte.