Es war ein trauriger Tag. Nach einigen Jahren des mutigen Kampfes durfte mein Elefantenfuß weiterziehen. Neuen Abenteuern entgegen; auf die Farm könnte man sagen. Ich habe ihn unzeremoniell hinter die metaphorische Scheune gebracht und ihn von seinem Leid erlöst. Es ist schon lange her, dass ich mir einen Elefantenfuß im Bauhaus gekauft hatte. Dieser hatte schon einen ordentlichen Stamm und diverse grüne Büschel säumten sein Haupt. In der Schale waren außerdem drei kleine Sprösslinge gepflanzt. Leider ging nach wenigen Monaten der Hauptstamm und ein Sprössling zugrunde. So ist das eben mit manchen Pflanzen. Doch zwei der kleinen Pflanzen überlebten. Bis jetzt.
Anfangs war es noch vielversprechend. Ich wusste, dass es Jahre dauern würde, bis ein ordentlicher Baum daraus hervorgehen würde. Es lief einige Zeit sehr gut. Doch in den vergangenen Monaten hat sich kaum etwas getan. Der größere der beiden ehemaligen Sprösslinge verzeichnete vor einem oder zwei Jahren einen ordentlichen Wachstumsschub, was das Gesamtkonstrukt des Stammes empfindlich in seinem Gleichgewicht störte. Deshalb habe ich ein Gitter besorgt, wo sich der zukünftige stolze Baum abstützen kann. Doch auch das hat bedauerlicherweise nichts geholfen. Immer wieder knickten die Blätter und ein Teil des Stammes ab. Über Monate hat sich bei beiden Pflanzen nichts mehr getan.
Deshalb habe ich letztens die schwere Entscheidung getroffen und dem Baum seinen Frieden verschafft. Parallel dazu habe ich mich einer Goldenen Efeutute ebenfalls hinter der Scheune entledigt, die auch nicht wachsen wollte und deren Auswüchse langsam aber sicher abstarben. Ja, ich habe sie regelmäßig gegossen, sogar mit etwas flüssigem Dünger, damit sie entsprechende Nährstoffe bekommen. Es half alles nichts. Das Positive an der Sache ist, dass ich nun zwei Pflanzen weniger im Wohnzimmer stehen habe, womit es freier und luftiger wirkt. Ich mag das. Insofern hat das alles doch auch etwas Positives. Bye, Bye, Elefantenfuß.
