
Alphabetisch? Nach Farbe? Oder doch lieber nach Kategorie bzw. Typ? Und wie genau definiert man diese eigentlich? Soll man nach Set sortieren und dort nach Set-Nummer? Wenn alphabetisch, einheitlich nach Deutsch oder Englisch? Was ist mit Projekten oder besonderen Karten? Binder, Schuhkartons oder fancy Boxen? Mit Hülle, ohne Hülle oder doppelt gesichert? Alles Fragen, die man sich als angehender TCG-Sammler irgendwann stellen muss. Am besten früher als später. Denn eine kleine Sammlung lässt sich noch recht leicht umsortieren. Wenn man einmal über dreitausend Yu-Gi-Oh-Karten sortieren muss, sitzt man eine Weile. Nicht, dass ich diese Erfahrung schon einmal gemacht hätte.
Mein aktueller Fokus liegt allerdings eher auf Pokémon und weniger auf Yu-Gi-Oh, wobei dessen Sortierung ebenfalls irgendwann ansteht. Ich möchte ja wissen, was ich alles habe. Man kann beide TCGs jedoch nicht gleich behandeln. Dazu sind sie zu unterschiedlich aufgebaut. Was beim einen funktioniert, kann beim anderen Existenzkrisen auslösen. Ich habe auf Reddit recherchiert, gegoogelt und auch ChatGPT nach einer Meta-Analyse gefragt, was für meine Bedürfnisse am besten passen würde. Am Ende kam ein System heraus, mit dem ich hoffentlich lange auskommen werde. Es ist nicht komplex oder besonders ausgeklügelt, aber genau darum geht es. Man soll schnell etwas finden und es sollte mehr oder weniger intuitiv sein.
Aktuell habe ich für meine Pokémon-Sammlung eine Box mit vier Reihen von Uaono. Das heißt, meine gesamte Pipeline soll sich innerhalb dieser Box abspielen. Vorerst zumindest. Wenn die Sammlung darüber hinauswächst, was schnell passieren kann, muss man das System entsprechend erweitern. Aber aktuell sieht es so aus:
In Reihe 1 kommt alles rein, was neu ist, noch sortiert oder bewertet werden muss. Ebenso kommen hier die Projekte rein, die später in Binder wechseln. Im Moment ist das mein Pokédex-Projekt. Alle 1000+ Pokémon einmal zu haben, kann etwas dauern, und ich kaufe mir nicht gleich einen dicken Ordner. Erst baue ich die Sammlung auf. Das Projekt wächst also in Reihe 1, bis es weiterziehen darf.
In Reihe 2 beginnt die eigentliche Sammlung an Karten. Zuerst hatte ich überlegt, diese ebenfalls nach den Pokédex-Nummern zu sortieren, aber das kann eventuell chaotisch werden. Deshalb geht es nun nach Typ. Sprich: Grass-, Wasser-, Feuer-, Blitz-Pokémon und so weiter kommen jeweils zusammen. Scheinbar gibt es Pokémon, bei denen der Typ geändert wurde, oder auch Sondervarianten, aber diese werden alle nach dem gängigen Typ sortiert. Außerdem bleiben die Evolutionslinien zusammen. Sortiert wird ansonsten alphabetisch, nach den deutschen Namen. Jedoch: Alle Sprachen und Varianten von Karten kommen zusammen. Das sorgt hoffentlich für einen guten Überblick und eine bessere Vergleichbarkeit. Es zeigt mir zudem, wie viele Karten ich von einer Version habe. Wenn ich nach Set geordnet hätte, käme ich aus dem Suchen nicht mehr heraus. Nach Pokédex wäre gegangen, aber so kommt es mir sinnvoller vor.
In Reihe 3 schwappt irgendwann die Sortierung nach Typ über, wenn die zweite Reihe nicht mehr ausreicht. Ebenso kommen hier alle Trainerkarten hin. Sortiert nach Typ, also Unterstützer, Stadion usw. Des Weiteren kommen hier auch Energien und Spezial-Energien hin. Reihe 2 und 3 sollten sich also recht schnell füllen. Vermute ich zumindest. Eventuell müssen sie bald in Reihe 4 weitergereicht werden.
Dort, in Reihe 4, befinden sich weitere Projekte, Karten, die ich noch fotografieren und für den Blog aufbereiten möchte, und andere spezielle Karten. Alle Full-Arts werde ich hier genauso einsortieren wie alle wertvollen Karten, die später in Binder kommen. Diese Reihe hat also Potenzial, in eine eigene kleine Box auszuweichen, sollte die Hauptsammlung eskalieren, was sie schlussendlich tun wird.
Ich denke, mit diesem System sollte ich erst einmal gut auskommen. Es kann organisch mit der Sammlung wachsen und sich anpassen. Ich kann es bei Bedarf auf mehrere Boxen aufteilen und es berücksichtigt zukünftige Binder und Projekte. Eigentlich alles, was man von einem System haben möchte, ohne dabei zu komplex zu sein. Wenn ich eine Karte in der Hand halte, möchte ich spontan wissen können, wo sie hingehört, ohne vorher eine Excel-Liste konsultieren zu müssen. Das sollte ich damit erreicht haben.
