
In welcher Sprache sollte man eigentlich all die Karten sammeln?
Deutsch wäre natürlich die naheliegendste Wahl. Für uns in Mitteleuropa ist diese Version meist am einfachsten zu bekommen. Sofern man davon absieht, dass Pokémon gerade wieder einen Hype erfährt und sämtliche Booster Packs, Booster Displays, Elite Trainer Boxen und sonstige Blister entweder ausverkauft oder nur zu absurden Preisen erhältlich sind. Aber das ist hoffentlich eine Ausnahme und wird sich bald wieder einpendeln.
Zurück zu den Sprachen.
Es spielt natürlich eine Rolle, welches TCG man sammelt. Bei manchen Spielen ist Deutsch selbstverständlich verfügbar oder wird zumindest stark mitgedacht. Bei anderen ist Englisch genauso präsent, manchmal sogar besser verfügbar. Und dann gibt es noch das Original: Japanisch.
Wenn man der Sprache nicht mächtig ist, sind japanische Karten allerdings vor allem Sammlerobjekte. An dieser Stelle könnte man nun ausführlich über Druckqualität sprechen. Japanische Karten gelten oft als besonders hochwertig. Deutsch und Englisch kommen da nicht immer ganz heran, müssen sich aber auch nicht verstecken.
Daneben gibt es noch Koreanisch, Chinesisch und in Europa natürlich Italienisch oder Französisch. Diese Sprachen sind oft günstiger als die prominenter vertretenen Varianten, weil der Markt dafür kleiner ist. Das kann sich irgendwann ändern, aber gerade koreanische Karten bekommt man häufig deutlich günstiger als japanische, deutsche oder englische.
Trotzdem sollte man sich überlegen, ob eine wild gemischte Sammlung wirklich sinnvoll ist. Ich möchte meine Sammlungen nicht zu sehr durcheinanderbringen, besonders wenn es um verschiedene Schriftsysteme geht. Deutsch, Englisch und Japanisch nebeneinander funktionieren für mich noch. Alles darüber hinaus wirkt zu chaotisch und so, als hätte man wild auf Kaufen-Buttons gedrückt.
Bei Pokémon bleibe ich deshalb primär bei Deutsch, sammle aber auch japanische Karten. Englisch kaufe ich nur, wenn ich eine bestimmte Karte haben möchte und sie gerade nur in dieser Sprache verfügbar ist. Bei Yu-Gi-Oh sieht es etwas anders aus. Dort ist meine Sammlung ziemlich gleichmäßig zwischen Deutsch und Englisch aufgeteilt. Bei Lorcana habe ich mir bisher nur ein paar Einzelkarten besorgt, um zu sehen, wie sich die Karten anfühlen und wie sie aufgebaut sind. Diese Karten habe ich ausschließlich auf Deutsch.
Gerade wenn man irgendwann Sammlungen auflösen oder einzelne Karten verkaufen möchte, kommt auch die Verkaufsfähigkeit ins Spiel. Das möchte ich nicht kategorisch ausschließen. Natürlich sammle ich nicht mit dem primären Ziel, alles irgendwann wieder loszuwerden. Aber es wäre auch naiv, so zu tun, als würde der Marktwert gar keine Rolle spielen. Wer einmal in ein TCG eingestiegen ist, weiß, dass dieses Hobby aus Sammelleidenschaft, Nostalgie und sehr fragwürdigen finanziellen Entscheidungen besteht.
Es lohnt sich also, vorher ein paar Gedanken zu machen, bevor man blind alle möglichen Sprachen kauft, nur weil die koreanische Booster Box gerade die Hälfte des deutschen Äquivalents kostet. Eine Sammlung sollte etwas Struktur haben. Sich auf maximal zwei Hauptsprachen zu konzentrieren, ergibt durchaus Sinn. Für uns in Mitteleuropa sind das wahrscheinlich Deutsch und Englisch.
Japanisch bleibt für mich trotzdem spannend, weil es bei vielen TCGs das Herkunftsland ist. Ich mag es, ein paar Originalkarten in der Sammlung zu haben, wenn man es so nennen möchte. Man sollte nur beachten, dass sich die Set-Struktur unterscheiden kann. Bei Pokémon werden japanische Sets für den internationalen Vertrieb meist zusammengefasst oder anders aufgeteilt. Aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.
