Don’t go Hollow

Vor einiger Zeit habe ich einen neuen YouTube-Kanal entdeckt, der genau auf mich zugeschnitten scheint. Dieser nennt sich „Souls Improvement“ und kombiniert zwei große Interessen von mir: die Spiele von FromSoftware und Psychologie. Kann es etwas Schöneres geben? Dabei nimmt er die Charaktere des Spiels, Situationen oder die darin vorkommenden Herausforderungen zum Anlass, um über alle möglichen Themen zu sprechen. Ich bin immer wieder erstaunt, was man nicht alles aus diesen Spielen herausholen kann. Einmal mehr zeigt das, dass FromSoftware unter der kreativen Leitung von Hidetaka Miyazaki Meisterwerke geschaffen hat, die ihresgleichen suchen und die unter verschiedensten Blickwinkeln analysiert werden können. Man kann sie auch zur Selbstoptimierung und Erklärung psychologischer Effekte nutzen.

Ich weiß, „Selbstoptimierung“ ist ein verbrannter Begriff, aber er trifft auf diesen YouTube-Kanal perfekt zu. Vor allem, weil es sich stets wie ein Vorschlag anhört. Manche Themenblöcke wiederholen sich zwar zum Teil, aber sie werden aus einem anderen Winkel betrachtet und erklärt. Ich empfehle, nur ein Video zu schauen, wegzugehen und darüber zu reflektieren. Es ist kein Kanal, bei dem man zig Videos auf einmal durchsuchtet und um ein Uhr früh schockiert feststellt, dass man irgendwann vor drei Stunden ins Bett gehen wollte. Nur um ein fiktives Beispiel zu nennen.

„Souls Improvement“ schafft es bei seinen Erklärungen, konstant bei seinem Kernthema zu bleiben und dies entsprechend zu erläutern. Die Videos fühlen sich auch von der Länge sehr gut an. Sie sind angenehm kurz und es ist genau die Zeit, die er benötigt, um seinen Punkt klarzumachen. Am Ende jedes Videos kommt schließlich sein Mantra oder Motto oder wie man es auch immer bezeichnen möchte. Dies natürlich in Anlehnung an die Souls-Spiele: „Don’t go hollow“.

Zuerst mag es abstrakt wirken, ist aber im Prinzip ein Ausspruch, den ich sehr gerne mag. Es sagt aus, dass man sich nicht mit dem Status quo zufriedenzugeben muss oder soll. Man hat es selbst in der Hand, Situationen, die man beeinflussen kann, zu verändern. Nicht aufzugeben oder sich hinzulegen, sondern etwas zu verändern, anzugehen, auszuprobieren, zu testen, aufzuzeichnen, aufzuschreiben, zu erfragen, um Hilfe zu bitten oder was auch immer es sonst noch sein kann. „Don’t go hollow“ ist eine Aufforderung, eine gegebene Situation nicht so zu akzeptieren. Gleichzeitig bedeutet es, dass es nicht aussichtslos ist, sondern stets Mittel und Wege gibt. Und am wichtigsten: Man ist nicht allein.