Was ist eigentlich das Gegenteil eines Streiks? Ich weiß es nicht, aber ich glaube, ich mache das gerade. Denn Team Cherry weigert sich weiterhin, Details zum DLC ihres Meisterwerks anzukündigen, geschweige denn, es zu veröffentlichen. „Sea of Sorrow“ soll theoretisch dieses Jahr rauskommen, aber da es schon Anfang November ist, wird das Zeitfenster immer kleiner. Meine Theorie ist ja, dass sie es am selben Tag wie „GTA VI“ veröffentlichen. Einfach weil sie es können und ihre Fans dann das DLC spielen können, anstatt sich endlose Berichte über Rockstars neues Spiel durchlesen zu müssen. Wir brauchen Ablenkung.
Wie dem auch sei, zurück zu meinem Anti-Streik. Beherzt warte ich jedes Jahr auf die Winterdepression, die sich gestern schon leicht ankündigte. Deshalb habe ich beschlossen, mir kurzerhand „Silksong“ auf der PS5 zu kaufen und es dort noch einmal zu spielen. Am Steam Deck habe ich es schon zwei- oder dreimal durchgespielt und mittlerweile über 100 Stunden in dem Spiel verbracht. Warum das Ganze nicht noch einmal auf der PlayStation machen? Meine Devise ist also, Team Cherry mehr Geld zu geben, als Anreiz dafür, dass sie endlich etwas zu „Sea of Sorrow“ sagen. Ein Lebenszeichen würde ausreichen. Ich glaube, langsam verstehe ich, wie sich diejenigen Leute gefühlt haben, die sieben Jahre auf „Silksong“ gewartet haben. Erst sollte es ein DLC werden. Team Cherry hatte jedoch so viel Spaß bei der Entwicklung, dass es ein eigenständiges Spiel wurde.
Ich kann es kaum glauben, dass „Silksong“ regulär nur knapp 20 € kostet. Dies ist der einzige Fall, wo ich sagen würde: Das ist zu wenig. Das Spiel ist ein Metroidvania-Meisterwerk. Die Steuerung funktioniert präzise und zuverlässig. Die Welt lädt zum Entdecken ein und ist mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, manche AAA-Spiele erreichen dieses Level nicht. Ganz abgesehen von den herzlichen Charakteren und den vielen kleinen Geschichten, die innerhalb dieses Spiels erzählt werden. Ich freue mich auf den nächsten Durchgang.
Unter anderem auch deshalb, weil ich herausfinden will, wie es sich auf dem großen OLED-Fernseher spielt. Sowohl „Silksong“ als auch den Vorgänger „Hollow Knight“ habe ich ausgiebigst am Steam Deck gespielt. Auf einem Bildschirm, der um ein Vielfaches größer ist, kann man sicherlich noch mehr Details entdecken.
Also Team Cherry, ihr habt’s geschafft. Ich habe mir „Silksong“ ein weiteres Mal gekauft. Jetzt seid ihr dran.
