Ende September habe ich einen Roadtrip durch Süddeutschland unternommen. Von zu Hause aus ging es nach Ehingen, dann nach Lindau und zurück. Dazwischen besuchte ich Städte wie Ulm, Friedrichshafen oder auch ein Kloster. Ich war viel unterwegs und habe am Ende knapp 1.100 Kilometer zurückgelegt. Einmal habe ich in Deutschland nachgetankt und mir gut 30 Liter Diesel für etwa 74 € gegönnt. Nice. Wenn man so unterwegs ist, sieht man gelegentlich andere Autofahrer mit Problemen. Hier eine Panne, dort wird Starthilfe gegeben. Meist hat man Mitleid und ist heilfroh, nicht selbst betroffen zu sein.
Von meiner Basis in Lindau habe ich an einem Tag ein paar andere Städte abgeklappert. Unter anderem reizte mich das Zeppelinmuseum in Friedrichshafen. Ich fuhr an jenem Tag früh los und war kurz nach Öffnung des Museums dort. Ticket gekauft, Tasche abgegeben, dann konnte die Tour beginnen. Für 14,50 € hätte ich mir ehrlicherweise etwas Größeres erwartet oder einfach nur mehr. Ich bin trotzdem froh, dort gewesen zu sein. Ich habe so einiges über die Geschichte dieser einzigartigen Transportmittel erfahren, das ich zuvor noch nicht wusste. Außerdem war es cool, die ganzen Modelle zu sehen. Man kann dort unter anderem durch eine Replika eines Zeppelins durchgehen und mitbekommen, wie die Menschen darin geflogen sind. Sehr beeindruckend.
Nachdem ich mich etwas am Ufer von Friedrichshafen verlaufen hatte, ging es weiter. Ich schreibe „verlaufen“, dabei konnte ich mich nur nicht für ein Café entscheiden und bin so eine Dreiviertelstunde in der Gegend herumgelaufen, bis ich mich dann irgendwo hingesetzt und einen Kaffee mit Apfelstrudel genossen habe. Mit dieser Taktik kann man sein Schrittziel sehr einfach übertreffen. Naja, ich habe eine schöne Kirche gesehen und bin einen netten Weg in Ufernähe entlanggegangen.
Der nächste Halt war Ravensburg. Hier blieb es leider beim Erklimmen der Veitsburg und einem anschließenden kleinen Mittagessen. Eigentlich wollte ich das Ravensburger Museum besuchen bzw. den Shop. Meine Schwester mag Puzzles außerordentlich gerne und wo kann man besser Puzzles kaufen als im HQ von Ravensburger. Blöd nur, dass Dienstag Ruhetag ist. Nicht nur für das Museum, sondern auch für den Shop. Was soll das? Montag ist normalerweise ein Ruhetag, nicht Dienstag. Und wie kann man den Shop schließen. Unfassbar. Unverrichteter Dinge fuhr ich noch weiter zu den Scheidegger Wasserfällen. Immerhin hatte ich etwas Zeit übrig.
Die Anfahrt war spannend, aber ging gut und der Weg bei den Wasserfällen mit 200 Stufen gespickt. Ich hatte mich bisher ja nur in Friedrichshafen verlaufen und in Ravensburg den Stadtberg erklommen, da kann man auch noch 200 Stufen mitnehmen. Warum nicht? Was diese Wasserfälle anbelangt, ist eine Reihenfolge ganz wichtig: Erst diese Wasserfälle anschauen, dann nach Island fliegen. Nicht umgekehrt. Die Isländer würden die Scheidegger Wasserfälle als größeres Rinnsal bezeichnen. Nett anzusehen sind sie aber und immerhin 18 bzw. 20 Meter hoch. Im Vergleich natürlich gering, aber trotzdem eine hübsche Gegend. 5 € Eintritt zu verlangen, ist dagegen frech.
Als ich zurückfuhr, setzte langsam der Sonnenuntergang ein. Gegen 18 Uhr war ich zurück in Lindau. Kurz nachdem ich die Stadtgrenze überwunden hatte, bemerkte ich ein Geräusch, das ich zuvor noch nicht gehört hatte. Ich schaltete das Radio aus. Geräusch war weg. Ich schaltete das Radio wieder ein. Kurz darauf hörte ich das Geräusch erneut. Ich schaltete das Radio aus. Ja, eindeutig, da war ein Kratzen. Eine Art Schaben. Irgendetwas schien förmlich am Boden dahinzuschleifen. Ich fuhr weiter zum Hotel und wagte einen Blick unters Auto. Unter dem Motor befindet sich eine Unterbodenverkleidung. Diese war auch immer noch dran, nur fehlten ein paar Schrauben und so schabte sie am Boden entlang. Toll. Besonders lustig war das Geräusch beim Rückwärtsfahren. Jetzt war ich also einer von denen, deren Auto im Urlaub eine Werkstatt brauchte.
Zwar sollte in der Nähe des Hotels eine Werkstatt sein, diese fand ich aber nicht und der Rest hatte schon zu. Am nächsten Tag kontaktierte ich gleich um 8 Uhr früh die „KFZ Technik Lindau“. Dort sagte man mir, ich solle um 10 Uhr vorbeikommen. Ich erwähne sie hier mit Namen, da ich sie ausdrücklich empfehlen möchte. Hilfsbereit und kompetent nahmen sie sich meines Problems an. Es dauerte genau 6 Minuten. Erst fuhr man mein Auto in die Halle, per Hebebühne hoben sie es hoch. Sie schraubten neue Schrauben hinein, klopften einmal gegen die Verkleidung und befanden es für gut. Für die restliche Fahrt gab es keinerlei Probleme mehr. Ich gab reichlich Trinkgeld.
Wie genau ich diese Unterbodenverkleidung löste, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht bin ich beim Zurückfahren irgendwo hängen geblieben oder die Schrauben lockerten sich. Wer kann das schon sagen. Ich bin nur froh, kurzfristig Hilfe bekommen zu haben und dass es nichts Gröberes war. Meine Stammwerkstatt darf sich das Ganze zu einem späteren Zeitpunkt genauer ansehen.
