Manchmal ist einfach der Hund drin. Die Motivation ist hoch oder zumindest auf einem angenehmen Level, und man hat sich trotz eines mittelmäßigen Tages dazu entschlossen, eine Runde zu laufen. Es scheint die Sonne, es ist weder zu kalt noch zu warm. Also eigentlich ganz gute Vorzeichen für eine erfolgreiche Trainingseinheit. Doch dann will sich der Rhythmus nicht einstellen. Das regelmäßige Ein- und Ausatmen fällt schwer, es kostet Mühe und ist anstrengender, als es sein sollte. Es dauert immer ein paar Minuten, bis ich mich aufgewärmt, quasi eingelaufen habe. Aber dieses Mal will es nicht funktionieren.
Wenn die Atmung nicht so will wie ich, fällt alles andere ebenfalls schwerer und wirkt anstrengender. Meine Apple Watch sagt mir zwar, dass der Puls mehr oder weniger passt, es fühlt sich aber nicht so an. Viele Faktoren spielen eine Rolle für einen „erfolgreichen“ Lauf. Wie auch immer man „erfolgreich“ definieren möchte. Hier mag ich die Herangehensweise der Nike-Running-App. Wenn man die „guided runs“ macht, wird jeder kleine Erfolg gefeiert. Jeder Lauf ist super. Immerhin hat man sich die Sportschuhe angezogen und auf „Start“ gedrückt. Das sollte gefeiert werden. Egal, ob es 10 Minuten, eine halbe Stunde oder länger sein sollte, man hat etwas getan. Hat sich aufgerafft. Völlig irrelevant, welche Zahlen am Ende auf der Smartwatch oder dem Fitnessgerät stehen, sollte man die Tätigkeit an sich würdigen.
Schlechte Läufe kommen vor. Die Tagesverfassung spielt ebenso eine Rolle wie das Wetter und andere Einflussfaktoren. Das ist allgemein beim Training so. Manchmal fühlt man sich, als könnte man Bäume ausreißen, und wirft die Hanteln herum, als hätte man nie etwas anderes gemacht. An anderen Tagen fühlt sich selbst die leichteste an wie ein Klotz am Bein. An solchen Tagen kann die routinierte Strecke zu einer Qual werden. Wie so oft hilft es allerdings, diesen Fakt zu akzeptieren. Weiterzumachen, auch wenn es sich vielleicht gerade schwerfälliger anfühlt, als es sein sollte. Es gibt schlechte Läufe, man muss sich davon aber nicht zu sehr runterziehen lassen. Am Ende zahlen sich die Bemühungen aus. Meist ist man froh, sich trotzdem überwunden zu haben und die Runde gelaufen zu sein. Und am Abend auf der Couch kann man stolz auf die eigenen Leistungen zurückblicken. Immerhin hat man auf „Start“ gedrückt.