Everything X-Men | The road so far

← Zur Übersicht: Everything X-Men

Überraschenderweise sehen wir uns heute nicht die Besprechung der fünften Episode der Animationsserie an. Denn diesen Text habe ich scheinbar nie geschrieben. Es stand als Platzhalter nur der Text von Episode vier drin. Tja, the more you know. Stattdessen nutze ich den freigewordenen Platz im Kalender, um ein kleines Zwischenfazit zu ziehen.

Die Sache ist nämlich so: Mein Projektstudium »Everything X-Men« war von vornherein als großes, um ehrlich zu sein, zu großes und umfangreiches Projekt geplant. Vor allem mit dem Anspruch, regelmäßig Texte zu veröffentlichen. Ich kam mit dem Lesen der Comics, der Recherche, dem Schreiben und allem, was dazugehört, nicht wirklich hinterher. Das Projekt hat Spaß gemacht. Ich habe mir dafür auch Zeit gelassen, bevor ich angefangen habe, die Texte zu veröffentlichen. Allerdings hätte es noch mehr Zeit gebraucht, um sie wirklich reifen lassen zu können; zu verfeinern.

Wie wir in den Rückblicken auf die Texte immer wieder festgestellt haben, fehlt in den Analysen teils der Tiefgang. Eine vollumfängliche Analyse, allein in dem Basisrahmen, den wir uns bis jetzt angeschaut haben, hätte wahrscheinlich eine Bachelorarbeit gefüllt und locker zu einer Masterarbeit erweitert werden können. Bescheidenheit bei Comic-Projekten ist nur eine urbane Legende.

Ich bin jedoch sehr froh und stolz über den Umfang, den das Projekt eingenommen hat. Ich habe mir die Ursprünge der X-Men angesehen. Die Ära Kirby/Lee war nicht immer leicht zu lesen, da Comics aus den 60ern einfach anders funktionierten, aber sie war sehr lehrreich. Darauf folgte die Ära von Thomas und Adams, die das Potenzial der Mutanten erst so richtig entdeckt haben. Die Geschichten wurden komplexer und die Charaktere teils tiefgründiger. Doch Chris Claremont war derjenige, der die X-Men zu neuen Höhen geführt hat. Aus seiner Hand stammen einige der ikonischsten Geschichten. Er erschuf einprägsame Charaktere und verlieh den alten einen neuen Glanz, wie wir ihn zuvor nicht kannten.

Wir unternahmen zwei Ausflüge in die Moderne. »Avengers Disassembled« und »House of M« sind zwei Events, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Sie erzählen nicht nur interessante Geschichten, die das gesamte Marvel-Universum betreffen. Sie orientieren manche Charaktere neu, werfen Ballast ab und bereiten die Zukunft für die jeweiligen Teams vor.

Auf der theoretischen Seite habe ich mich ebenfalls mit vielen Aspekten beschäftigt. Allen voran natürlich mit der »Comics Code Authority«, die Comics jahrzehntelang beschnitt und deren Auswirkungen noch lange zu spüren waren. Vielleicht sind sie es auch heute noch. Comics sähen heute sicherlich anders aus. Besser? Das kann man nicht beantworten.

Ich habe mir Fragen gestellt wie: Was ist eigentlich ein Mutant aus wissenschaftlicher Sicht? Kann man Comics in Epochen einteilen und wenn ja, wie viele? Gibt es überhaupt eine einfache Antwort darauf? Sind Comic-Events ein notwendiger Bestandteil des Mediums? Und natürlich habe ich mich mit der »mutant metaphor« beschäftigt, in die man so viel hineinlesen kann, dass allein das eine wissenschaftliche Arbeit wert wäre. Ganze Bücher wurden diesem Konzept, dieser Idee gewidmet.

Und weil es so lustig ist, habe ich zwischendurch Texte über die Animationsserie geschrieben. Aber weiter als bis zu Folge vier habe ich es nicht geschafft. Ich habe für mich festgestellt: Man muss nicht alles gesehen haben.

All diese Texte sind auf der Übersichtsseite von »Everything X-Men« verlinkt.

Ab jetzt schauen wir uns diverse Entwürfe und Ideen an, die ich zu dem Projekt noch hatte. Manche sind vollständige Texte, die ich jedoch nie veröffentlicht habe. Andere haben eher Entwurfsstatus. Ich muss sie mir erst noch genauer ansehen und überlegen, wie ich sie präsentieren möchte. Auf jeden Fall geht es nächste Woche weiter.

Die Geschichten der X-Men waren und bleiben ein Ankerpunkt des Marvel-Universums. Ich hoffe, mit diesen Einblicken kann ich meine Faszination für die Charaktere und ihre Abenteuer deutlich machen. Und eventuell dazu inspirieren, selbst einen Blick in die Comics zu werfen. Es lohnt sich.