Convergence Mod

Die Souls-Games von FromSoftware sind seit Jahr und Tag eine Quelle für äußerst viele Modifikationen. Bekanntester Vertreter dürfte wohl der Randomizer sein. Dieser mischt wahlweise Items, Enemies und/oder Bosse durcheinander und sorgt damit für ein neues, abwechslungsreiches und herausforderndes Erlebnis. Leider ist das Modden von Spielen auf Konsolen nicht wirklich möglich, wenn es nicht vom Entwickler selbst eingebaut ist. Deshalb schaue ich gerne Videos dazu an. Sie sind nette Unterhaltung und man kann dazu gut abschalten und sich berieseln lassen.

Eine weitere Mod, die immer wieder für die Soulsborne-Spiele entwickelt wird, ist die Convergence-Mod. Das ist nicht nur irgendein Randomizer. Die Entwickler dahinter, meist Leute, die das in ihrer Freizeit machen und die Inhalte dann gratis zur Verfügung stellen, überarbeiten das komplette Spiel. Sie verwenden die vorhandenen Dinge und denken sie weiter. Es gibt neue Klassen, neue Zauber, Waffen, Rüstungen und mehr Gegenstände, die sie sich ausgedacht haben. Dazu kommen neue Bosse, Areale wurden neu gestaltet oder es kamen Level-Abschnitte hinzu. Ich habe viel darüber gehört, allerdings nicht gesehen. Das hat sich letztens geändert, als einer meiner liebsten Elden-Ring-Streamer endlich die Convergence-Mod in Version 3.0 gespielt hat.

Ich war zuerst skeptisch. Vieles wirkte einfach nur hingeklatscht. Seien es Gebäude, die an scheinbar unnötigen Stellen platziert wurden, Wege, die verkompliziert wurden, oder Dörfer, die dort standen, wo sie eigentlich keinen Sinn machten. Ich dachte mir, dass es zwar coole neue und modifizierte Bosse gibt, aber schade, dass kein Gedanke an die Lore verschwendet wurde. Wenn ich als Entwickler meine Freizeit für ein solch großes Projekt „opfere“, möchte ich doch das, was vorhanden ist, weiterdenken. Oder überlegen, wie die Welt von Elden Ring nach dem Ende aussähe oder vor dem Shattering. Quasi meine Version der Spielwelt. Wie gesagt, es gibt coole Elemente, wie mächtige Zauber, Rüstungen und Effekte, die Spaß machen, aber die Welt an sich wurde nicht weitergedacht.

Diese Ansicht habe ich immer noch, aber sie ist nun etwas differenzierter, da ich mehr von der Mod gesehen habe. Die Entwickler haben sich durchaus Mechaniken für die Spielwelt einfallen lassen, die interessant sind. Und vielleicht geht es gar nicht darum, die Welt an sich weiterzudenken. Vielleicht geht es eher darum, den Spielerinnen und Spielern eines absoluten Meisterwerks neue und bekannte Werkzeuge in die Hand zu geben, um einfach nur Spaß zu haben. Es gibt Zauber, die quasi das Spiel brechen und einen unbesiegbar machen. Klar sind Bosse noch herausfordernd, aber eben auf eine andere Art. Man sieht vielleicht Abschnitte aus einem neuen Winkel, aus einer unbekannten Perspektive, und geht so, wenn man zum Original zurückkehrt, mit anderen Augen durch die Welt.

So viel Aufwand für ein paar hingeklatschte, fehlplatzierte Gebäude? Das war einer meiner ersten Gedanken zu Convergence. Aber die mannigfaltigen Möglichkeiten, Charaktere noch stärker zu individualisieren, die Welt neu zu entdecken und sich mehr zu spezialisieren, als es Basisspiel und DLC erlauben, machen Elden Ring vielleicht nicht zu einem besseren, aber eben anderen Erlebnis. Ich würde es gerne selbst ausprobieren. Aber nur für eine Mod lege ich mir keinen Gaming-PC zu. Da reicht es, gelegentlich ein interessantes Video anzuschauen.