Everything X-Men | Chris Claremont – Die Anfänge (3/3)

Kommen wir zur vorerst letzten Analyse von Chris Claremonts X-Men-Run und den Jahren 1975 bis 1978. In »Everything X-Men« stelle ich jede Woche einen alten Text von mir vor. Im dritten Jahr des Blogs habe ich mich entschieden, mein Projektstudium aus dem Medienwissenschaftsstudium zu präsentieren, welches ich den X-Men und Comics im Allgemeinen gewidmet habe. Da ich die ursprünglichen Texte auf Englisch verfasst habe, übersetzte ich sie initial mit DeepL (inkl. der Zitate) und habe sie anschließend natürlich redigiert.

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Freund oder Feind

Anfangs müssen sich die X-Men mit Bösewichten auseinandersetzen, denen sie bereits zuvor begegnet sind. Neue werden später in der Reihe vorgestellt. Dr. Steve Lang ist vielleicht einer der furchterregendsten Antagonisten dieser ersten beiden Ausgaben: „Mein Ziel war nie die Erforschung der Mutanten, sondern ihre vollständige Ausrottung!“

Seine Inspiration stammt von Bolivar Trask, dem Mann hinter dem Sentinel-Programm. Er plant einen Völkermord. Ganz einfach. Es gibt keine nette Art, dies auszudrücken. Jeder Mutant. Jede Frau, jedes Kind und jeder Mann mit entsprechenden Fähigkeiten soll durch seine Sentinels vernichtet werden. Wir haben dieses Thema bereits angesprochen und werden es in kommenden Artikeln erneut behandeln, aber ich wollte es auch hier erwähnen. Nur um eine Vorstellung davon zu geben, wie tief diese Denkweise in diesem Universum verwurzelt ist – Parallelen zu unserer realen Welt kann wohl jeder selbst ziehen. Es wird immer Menschen geben, die nicht nur die X-Men, sondern alle Mutanten vernichten wollen.

Ein weiterer wichtiger Bösewicht in diesen Ausgaben ist Eric the Red. Er orchestriert viele der Verschwörungen gegen die X-Men und spielt eine zentrale Rolle in Lilandras Mission. Als wir ihn zum ersten Mal treffen (Ausgabe Nr. 97), verabschieden sich die X-Men (Jean, Scott, Kurt, Ororo und Colossus) am Flughafen vom Professor. Sie werden von Havoc und Polaris angegriffen, die von Eric manipuliert wurden. Der Professor kann mit dem Flugzeug entkommen, aber die anderen bleiben zurück und kämpfen gegen ihren Feind. In einer Anmerkung des Herausgebers erfahren wir, dass das Team Eric the Red bereits zuvor begegnete (in den Ausgaben Nr. 51 und Nr. 52). Das Seltsame daran war für mich, dass Scott scheinbar diese Figur früher selbst darstellte. Wie und warum wird nicht näher erläutert, aber es bestärkt mich erneut in meinem Vorhaben, die Ausgaben zu lesen, die wir übersprungen haben.

Eric kann jedoch mit seinen neuen Teammitgliedern Havoc und Polaris entkommen (kann er ihre Gedanken kontrollieren?) und taucht später allein in den Ausgaben Nr. 104 und Nr. 105 auf. Er infiltriert die Villa, arbeitet mit Magneto zusammen und manipuliert Firelord, damit dieser ihm ebenfalls hilft. Firelord kennt die Beziehung der X-Men zu Eric nicht, daher fällt es ihm leicht, sich als Opfer darzustellen und den ehemaligen Herold von Galactus zu manipulieren. Natürlich greifen die X-Men Eric sofort an, was seine Behauptung bestätigt, dass die X-Men die Welt erobern wollen.

Dies zeigt die Entschlossenheit von Eric the Red perfekt. Er kennt die Schwächen seiner Gegner und manipuliert andere, damit sie ihm helfen. Wie wir erfahren, ist sein richtiger Name Shakari und er arbeitet für Lilandras Bruder, den Imperator. Shakari baut ein Sternentor (Inspiration für eine weitere großartige Science-Fiction-Serie?), um sie zu ihrem Bruder zurückzubringen, wo sie getötet werden soll. Die X-Men kämpfen tapfer gegen ihre Gegner, aber Shakari und Lilandra entkommen. Jean bekämpft Firelord und kann dann das Sternentor wieder aktivieren, sodass das Team ihm folgen kann.

Fazit

„Es gab keinen Grund zur Sorge, Scott. Ich habe meine Fähigkeiten voll unter Kontrolle – außer dem Sentinel wurde nichts beschädigt.“ – Ororo

»The Times They Are A-Changin‘«, in der Tat. Jean hat in diesen wenigen Ausgaben mehr geleistet als in den gesamten 60+ Ausgaben zuvor. Ororo wird von ihrem Volk als Göttin verehrt. Moira ist eine faszinierende neue Figur mit einer komplexen Persönlichkeit und vielen Geheimnissen. Selbst weibliche Nebenfiguren haben großartige, knallharte Momente. Nehmen wir zum Beispiel Jeans neue Mitbewohnerin. Als Firelord sie in ihrer Wohnung angreift, zieht Misty eine Waffe und ist bereit, sich zu verteidigen.

Aber das ist noch nicht alles. Jean kämpft als Phoenix gegen Firelord und entdeckt, dass ihre neuen Kräfte so außergewöhnlich sind, dass sie in Wut gerät, wenn sie nicht vorsichtig genug ist. Der Phoenix in ihr will Firelord töten und hört nicht auf Xavier, wenn er mit ihr über ihre X-Men-Kollegen spricht. Aber sie kann es kontrollieren. Vorerst.

Jede Geschichte, jede Figur und jedes Panel von Chris Claremonts Run schreit nach »neuer Ära«. Allerdings ist sie nicht perfekt. Nichts ist perfekt. Es gibt auch einige wirklich lächerliche Stellen. Nehmen wir zum Beispiel die Kobolde in Irland. Oder wir erfahren, dass Magneto in einer Nebenhandlung in Defenders # 16 in ein Baby verwandelt und von Erik the Red gerettet wurde. Es sind immer noch die 70er und 80er Jahre; manche Teile mussten seltsam, verrückt und ein bisschen übertrieben sein. Das macht allerdings auch ihren Charme aus.

Nächstes Mal schauen wir uns die Ausgaben #111 bis #124 sowie das erste »Kingsize Annual« genauer an.

Quellen

  • etd.lib.msu.edu | Darowski, J. (2011). Reading The Uncanny X-Men: Gender, Race and the mutant metaphor in a popular narrativen (Doctoral dissertation).