Manches geht, manches bleibt

Ein- bis zweimal im Jahr habe ich diesen Drang, aufzuräumen und auszumisten. Dieses Mal wurde dieser Drang vom Kauf des iPhone 18 Pro ausgelöst. Ich behalte keine alten Gerätschaften, sondern versuche immer wieder, Dinge zu verkaufen. Bei mir würden sie ohnehin nur in der Schublade verschwinden. Wenn noch jemand anderes Freude daran hat, ist das schön. Rebuy und Momox sind dabei meine Go-to-Händler. Mir ist es teils zu blöd, auf Willhaben zu verkaufen, wobei ich das bei ein paar Warhammer-Boxen machen werde, da sich diese schlecht bei den genannten Seiten anbringen lassen. Dieses Mal habe ich aber nicht nur verkauft, sondern auch gespendet. Ich habe über die Jahre bei BlueBrixx und Co. gute Sales genutzt, aber mittlerweile hat sich mein Fokus bei Hobbys etwas deutlicher verschoben.

Bei Klemmbausteinen etwa liegt mein Fokus auf der Burg Blaustein, wo es erst 2027 wieder ein richtiges Update gibt. BlueBrixx hat endlich eine Bodenplatte für die Burg angekündigt. Diese werde ich dann nutzen, um meinen Burg-Diorama-Tisch zu vergrößern und das Set erst einmal abzuschließen. Wie weit ich bei dem Kloster Blaubrunn mitmache, ist noch offen. Wie dem auch sei. Ich hatte eine Menge kleinere Sets herumliegen, die ich zur Caritas brachte. Überraschenderweise waren sie etwas ablehnend, da scheinbar viel gespendet wird. Angenommen haben sie die Sachen trotzdem. Dafür bin ich dankbar. Ich habe nun etwas mehr Platz in der Wohnung und jemand anderes hoffentlich viel Freude an den Sets.

Letztens habe ich ein Video von einem meiner liebsten YouTube-Kanäle gesehen, Midwinter Minis. Dieses trägt den ominösen Titel „I think I am done with Warhammer 40k“. Darin erklärt Guy, wieso er die neue Warhammer-Box „Armageddon“ nicht öffnen wird und auch eher weniger Warhammer 40k auf dem Kanal zu sehen sein wird. Ihn reizen die sich immer wieder verändernden Regeln des Systems nicht. Einfach ein Spiel mit Freunden zu beginnen, sei zu aufwendig, man müsste ständig up to date bleiben und es ist nie wirklich einfach oder simpel. Mich hat das angesprochen. Ich male zwar gelegentlich gerne Warhammer-Figuren an, aber das Spielen damit hat mich nie wirklich gereizt. Das Video hat mich abgeholt. Denn auch ich hatte mir überlegt, die neue Armageddon-Box zu holen. Irgendwie war es aber doch nur mehr vom Gleichen.

Games Workshop ist zu einer Firma mutiert, die jede Woche neue Releases rausballert, als gebe es keinen Morgen. Sie haben zig verschiedene Systeme, die es zu bedienen gilt, und den Überblick zu behalten, ist schwierig. Was mich allerdings in den vergangenen Jahren immer wieder abgeschreckt hat, waren ihre Limited Releases. Künstliche Verknappung und die Probleme mit Scalpern haben mir wiederholt Dinge versaut. Ich hatte eine Zeit, in der ich etwa gerne die Horus-Heresy-Romane gelesen habe. Es gab dann so etwas wie ein Artbook mit all den Covern der Bücher und Kommentaren des Künstlers. Das hat mich gereizt. An dem Tag war ich aber eine halbe Stunde zu spät dran und das Buch war vergriffen. Stattdessen hätte ich es um ein Vielfaches teurer auf eBay haben können. Nein, danke.

Besonders bei Büchern verstehe ich die künstliche Verknappung nicht. Warum nicht Print-on-Demand für eine gewisse Zeit? Warum muss es eine bestimmte Auflage sein? Guy hat in dem Video auch davon gesprochen, dass es okay ist, dass das System 40k gerade nichts für ihn ist. Die Box hat er verlost, wenn ich mich richtig erinnere. Wenn andere ihre Freude damit haben, ist das in Ordnung. Warhammer spricht eine ambivalente Seite in mir an. Ich bin mir nie sicher, ob es echtes Interesse ist, das mich wiederholt zum Hobby zurückbringt, oder nostalgische Verklärung. Es wird sich wohl nicht vollständig erklären lassen und eine gewisse Faszination wird es immer haben. Meinen Pile of Opportunity, also unbemalte Figuren und Boxen, werde ich jedoch durch Verkäufe etwas kleiner machen.