Holly (* Mai 2012 bis † Juli 2026)

Gestern fiel leider die schwere Entscheidung, unseren Kater Holly einzuschläfern. In den vergangenen Wochen hat sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert. Die Tierärztin stellte fest, dass seine Schilddrüse dermaßen auf Hochtouren arbeitete, dass sie den entsprechenden Wert gar nicht mehr messen konnte. Ein Medikament sollte Abhilfe schaffen, und Holly ging es auch sichtlich besser. Er fraß wieder viel, war aktiver und bei der Hitze waren kein Hecheln und Spucken mehr zu sehen. Doch die Besserung hielt nur kurz. In den letzten Tagen hat er kaum mehr etwas gegessen, sich zurückgezogen und wollte kaum mehr das Haus betreten. Und wenn sich Katzen zurückziehen, ist das meist ein schlechtes Zeichen. Um ihm unnötiges Leid zu ersparen und dem vorzubeugen, dass er sich irgendwo verkriecht, wo wir ihn gar nicht mehr finden, und er allein stirbt, fiel die schwere Entscheidung, ihn einzuschläfern.

Vierzehn stolze Jahre wurde Holly alt. Ein aufregendes Leben. Allein wenn ich daran denke, was ich während dieser Zeit alles erlebt und getan habe. Ich war auf meinen großartigen Reisen in Schottland, Irland, Island und der Bretagne, habe bei Miele aufgehört zu arbeiten, Medienwissenschaft studiert, zwischenzeitlich bei einer anderen Firma gearbeitet und bin schließlich wieder bei Miele gelandet. Das Haus wurde renoviert, eine PV-Anlage kam aufs neue Dach und noch sehr viel mehr hat sich in diesen 14 Jahren zugetragen. Und stets war Holly da, strich um die Füße, brachte Mäuse und miaute vor sich hin.

Die Mäuse werden mit Sicherheit ein ruhigeres Leben haben. Denn Holly hat immer fleißig gejagt. Nicht nur Mäuse gehörten zu seinem Beuteschema, sondern auch Wiesel und Maulwürfe. Letztere, das haben wir ihm immer wieder gesagt, seien geschützt, aber gelegentlich hat er sie dann doch erwischt. Natürlich auch Vögel und Eidechsen. Sogar das ein oder andere Hasennest hat er ausgeräumt. Die kleinen Häschen waren leider nicht schnell genug für ihn.

Wenn der Bauer die Wiese mit Mist beglückt hatte, kam Holly entsprechend schmutzig zurück, aber auch staubig, nass und alles dazwischen hat er mitgemacht. Zecken hat er im Frühjahr gesammelt wie ich Pokémon-Karten, bis er das entsprechende Mittel dagegen bekam und sie nicht mehr so an ihm hängen blieben. Ich finde es immer noch erstaunlich, dass ich seit sehr vielen Jahren keine Zecke mehr an mir hatte. Trotz des Katers und obwohl ich viel über Wiesen und durch Wälder gehe. Holly scheint sie abgehalten zu haben.

Als wir Holly im Juli 2012 bekamen, hatte er noch eine Schwester. Leider wurde diese nach ein paar Jahren von einem Auto überfahren. So verbrachte Holly die letzten Jahre allein. Wobei er sich zwischenzeitlich mit der Nachbarskatze anfreunden musste, da diese ihm überallhin nachlief. Nicht immer zu seiner großen Freude. Er war eben doch ein Einzelgänger. Als die Nachbarn wegzogen, war es ihm wohl nicht so unrecht. 14 Jahre wurde Holly alt und hat uns viel Freude geschenkt. Man konnte viel mit ihm machen, ihn herumtragen und allerlei Blödsinn anstellen. Er ließ sich viel gefallen, was ihn so außerordentlich sympathisch machte.

Holly wird mir fehlen, und es wird eine Zeit lang dauern, bis ich nicht mehr an seine typischen Schlafplätze schaue und erwarte, ihn dort zu sehen. Oder hoffe, er komme jeden Moment ums Eck, mit einer fetten Maus im Maul. Zum Glück gibt es viele Erinnerungen und Fotos. Ein großartiger Kater und einmaliger Kompagnon.